Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

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Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon Anschi » 29.10.2014 11:09

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Hallihallo, allerseits!

Da wir an verschiedenen Stellen das Thema bereits angesprochen haben, wollte ich es mal als "Aktuelles Thema" zur Diskussion stellen.

Ich habe die Überschrift bewusst provokativ gewählt, denn es ist eine Frage, dich ich mir durchaus selbst oft stelle. Denn "bewusstes Essen" ist in der Regel schon etwas teurer, als wenn ich einfach in den nächsten Discounter gehe und das in den Wagen lege, was gerade günstig ist. Und die "fettarmen Alternativen" sind auch oft nicht unerheblich teurer, als die Standard-Varianten. Habe ich daneben noch Unverträglichkeiten, die beachtet werden müssen, wie z.B. Laktose- oder Gluten-Intoleranzen, dann kann der Einkauf ganz schnell nicht nur erheblich aufwendiger, sondern auch teurer werden. Will ich dann zusätzlich außerdem noch "faire Waren" und Bio-Produkte oder Produkte aus artgerechter Haltung berücksichtigen, wird der Einkauf eine logistische...und finanzielle... Herausforderung, die ein Abwägen erfordert, was für mich persönlich machbar ist und wo auch meine Grenzen liegen.
Doch wie heißt es so schön: wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Und natürlich gibt es immer Kompromisse, die sich finden lassen, um seine Ernährung (und auch alles andere) verantwortungsvoll und gesund zu gestalten.

Ich möchte euch darum einladen, eure Erfahrungen und Lösungsmöglichkeiten mit uns zu teilen, wie es euch gelungen ist, all diese Dinge zu berücksichtigen...oder wo ihr auch Abstriche machen musstet, weil manches nicht umzusetzen war. (Das kann letztlich auch eine fehlende Einkaufsmöglichkeit vor Ort sein oder Allergien, die gesunde Kost zu ungesunder Kost machen, die man nicht verträgt...)

Ich selbst werde heute mal mit meiner Freundin in der Stadt einen Bio-Supermarkt erkunden und schauen, welche Möglichkeiten sich mir dort eröffnen... Werde dann berichten! :dh:

Einen lieben Gruß! Anschi


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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon Anschi » 30.10.2014 09:55

Nun - wie versprochen - hier der Bericht von unsrer Erkundungs-Tour im Bio-Supermarkt.

Zunächst war ich beeindruckt von der Größe und dem reichhaltigen Angebot - bisher war ich meist nur in kleinen Drogeriemärkten oder Reformhäusern mit sehr begrenzter Auswahl, Alnatura mal ausgenommen, das auch eine große Vielfalt und Verkaufsfläche bot, für mich aber wegen des Standortes keine wirkliche Alternative darstellt. In Worms haben wir einen denn's Biomarkt; der liegt zwar nicht direkt auf meinem Weg, aber doch nicht weit von meinem Arbeitsplatz, so dass ich ihn endlich mal aufsuchen wollte.
Es gibt dort wirklich fast alles, was wir auch von den normalen Supermärkten gewohnt sind - nur halt in Bio und/oder aus fairem Handel. Wie erwartet macht sich das natürlich direkt in den Preisen bemerkbar. Wenn ich also gesundes Bio-Obst und Gemüse essen will, muss ich bereit sein, dafür einen Mehrpreis zu bezahlen. Bio heißt, weniger Ertrag für die Bauern, was sich in höheren Preisen niederschlägt, damit der Bauer davon leben kann.
Bei verpackten Produkten wie Tee, Kaffee, Konserven, Brotaufstrichen finde ich natürlich dann auch keine Discounter-Preise vor...eine Packung z.B. mit 50 Teebeuteln für 69 Cent sucht man dort vergebens. Wer aber bei seinen Einkäufen auch bisher schon immer mal auch "Marken-Produkte" gekauft hat, wird in dieser Preisklasse dann durchaus auch schon fündig.
Kritisch fand ich die Kombination "Bio UND fettarm" - beim Käse habe ich lediglich einen Camembert in Halbfettstufe gefunden, das fand ich schade. Bei der Wurst war die Auswahl schon größer, Schinken und Geflügelwurst waren in mehreren Varianten erhältlich. 80 g Putenmortadella aus Freilandhaltung kosteten z.B. 1,29 €, das fand ich akzeptabel. Beim Fleisch schluckte ich schon erst mal heftig; 2 Putenschnitzel aus Freilandpute mit knapp über 320g Gesamtgewicht kosteten knapp 9 Euro! Der Entschluss, weniger Fleisch zu essen, wurde dadurch stark untermauert! ;-) Nur noch ab und zu mal Fleisch, dafür aber gutes aus artgerechter Haltung - das wäre mein persönlicher Kompromiss, wie ich mit dieser Thematik umgehen kann... Und wenn ich überlege, wie viel von meinem Kilo Billig-Gulasch kürzlich noch übrig war, nachdem ich es gebraten hatte, bin ich gespannt, wie die Ausbeute von der Hälfte der Menge des "teuren" Gulasch sein wird. Vielleicht habe ich am Ende gar nicht so viel mehr ausgegeben... :boys_0137:

Als Fazit für MICH kann ich sagen: Bio und fettarm in Kombination ist möglich, jedoch ist die Vielfalt des Angebotes an fettarmen Produkten noch ausbaufähig. Will ich jedoch artgerechte und faire Produktion unterstützen, werde ich hier fündig, sofern ich es mir finanziell leisten kann. Hier muss ich evt. überlegen, ob ich an anderer Stelle etwas einsparen kann, um die Mehrkosten aufzufangen (z.B. weniger Süßkram einkaufen, der auch genug kostet...oder Wein, Zigaretten usw. einschränken...da hat jeder sicher Möglichkeiten). Wie überall gilt auch hier die Frage, die wir an uns selber stellen müssen: was will ich WIRKLICH? - und dann finden wir auch Kompromisse. :jc_doubleup:
Ich selbst werde nun auch in den Märkten "vor Ort" mal das Bio-Angebot näher betrachten, denn der Großeinkauf im Biomarkt wird sicher nicht wöchentlich bei mir stattfinden... Dennoch hat mich das Angebot dort begeistert und ich habe viele Produkte in einer Vielfalt entdeckt, die ein örtlicher normaler Supermarkt nicht leisten kann.

Freue mich über weitere Erfahrungen und Tipps!

Lieben Gruß! Anschi
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon mollifit » 30.10.2014 17:07

WAS IST BIO GEMÜSE UND BIO OBST????

Es gibt Gemüsesorten, die müssen gespritzt werden.....alle Kohlsorten z. B.
sonst hat man die weiße Fliege drin, die den schönen Kohl zerfrisst und das will keiner kaufen.

Jeder Apfel muss gespritzt werden, sonst ist der Apfel wurmig.

Bei Süßkirschen ist es Glücksache. Wir hatten einen großen Süßkirschbaum, der hatte die schönsten Kirschen,
ein Jahr ohne Würmer, ein Jahr mit Würmern.

Mein Vater war Gärtnermeister und hat sich immer aufgeregt über das Biogemüse das dann um einiges teurer ist.

Wir haben noch einen Garten, mein Mann sät noch einiges an Gemüse und das ist Bio, denn bei uns wird nichts gespritzt.
Alles was nicht ohne Spritzen auskommt haben wir nicht im Garten, denn das können wir dann gleich kaufen.

Wir haben zwei kleine Apfelbäume, wo wir die Äpfel auch mitunter ausschneiden müssen.
Aber will man so etwas denn kaufen?

Wir haben im Nachbardorf einen Apfelbauern der sagt: spritzen muss ich, aber er hält dier Spritzung so gering wie möglich.

Das weiß ich vom Gemüse und Obst, versuche bei dem Apfelbauern die Äpfel zu kaufen, er hat auch anderes Obst im Sommer,
es ist nur ein wenig teurer, so, dass ich es akzeptieren kann.

Fleisch kaufen wir auf unserem Bauernhof im Hofladen, ist auch etwas teurer, aber ich weiß wenigstens wie die Schweine gefüttert werden
und wir essen längst nicht mehr so viel Fleisch wie früher.

Ich denke, man muss einen Kompromiss schließen.

Was ist es mir wert? Bei welchen Produkten lege ich gerne etwas mehr Geld an und bei welchen spare ich lieber.

Gruss mollifit
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon Anschi » 31.10.2014 08:04

Liebe Regina,

dein letzter Satz bringt es auf den Punkt - so sehe ich es auch! Ich habe mir jetzt im Bio-Supermarkt 2 Äpfel mitgenommen mit einem Namen, den ich für eine Apfelsorte noch nie gehört habe (war ein Frauen-Doppelname...Irmgard Marie oder so ähnlich... ;-) ) - bin mal gespannt auf den Geschmack. Aber bei anderen Produkten gerade bei Obst und Gemüse wäge ich schon ab, ob mir z.B. ein schrumpeliges Gemüse den Mehrpreis wert ist - letztlich ist es mir auch wichtig, dass die Ware frisch ist. Und du hast Recht, wurmlochige Äpfel mögen die wenigsten Leute und wenn man in einen Apfel beißt, mag man in der Regel nicht auf Fleischzusatz treffen... :boys_lol: Aber geschmacklich sind die überzüchteten Obstsorten tatsächlich oft mit Bio-Obst nicht zu vergleichen...
(Oftmals ist es aber auch wirklich eine Frage des Geldbeutels, ob man sich artgerechte oder gesündere Waren leisten kann... Wer sehr knapp kalkulieren muss mit seinem Haushaltsgeld, hat da oft nur wenig Spielraum, da vielleicht schon alle Optionen, an anderer Stelle zu sparen, ohnehin ausgeschöpft sind...)

Einen lieben Gruß! Anschi
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon Honey » 31.10.2014 10:31

Hallo Anschi,

interessant, deine Shoppingtour durch den Bioladen. Bei uns hier gibt es auch einen denn´s, den ich aber noch nie betreten habe :biggrinn: Vielleicht mache ich demnächst auch mal eine "Erkundungstour".
Bio gibt es ja mittlerweile auch bei Discountern zu kaufen. Bei Aldi gibt es beispielsweise immer wieder mal Bio-Broccoli, Bio-Karotten und Bio-Spinat in der TK-Truhe. Dann decke ich mich immer damit ein und zahle lieber "ein paar Cent" mehr. Auch bei Eiern achte ich sehr auf Freiland und wenn möglich auch Bioware. Bei so wenigen, wie wir essen, zahle ich gerne noch einen Euro drauf - das ist es mir dann einfach wert! Das selbe gilt für Fleisch - beim Discounter hole ich das nicht mehr, sondern nur frisch.
Das sind mir so die "wichtigen" Dinge, die ich gerne bio kaufe. Ein Fernsehkoch hat mal so etwas gesagt wie, besser ein schlechtes Bio, als gar kein Bio. Gemeint hat er wohl das "schlechte Bio" vom Discounter (wobei ich nicht sicher bin, ob er wirklich das Wort "schlecht" benutzt hat). Wenn es also bei Aldi mal Bio-Aktionen gibt, dann decke ich mich dort auch damit ein. Aber trotzdem muss bei mir nicht alles bio sein - schon allein vom Geldbeutel geht das einfach nicht. Aber wenn man schon ein bisschen darauf achtet und sich damit auseinander setzt, ist das doch schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung.

LG :bye2:
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon 50ronja » 31.10.2014 10:52

Hallo, :10hallo2:
ich schließe mich der Meinung von Honey an. Auch ich kaufe Bio bei Aldi ,Lidl oder Edeka. :1091:

Genauso kaufe ich mein Obst und Gemüse bei Edeka. Fleisch kaufe ich nicht bei Aldi oder so, sondern auch nur bei Edeka( obwohl da in der Presse auch irgendetwas mit dem Gutfleisch war). Allerdings esse ich seit 3 Monaten nichts was 4 Beine hat´, also nur Geflügel und Fisch. :tanzen4:

Wenn ich in der Stadt bin, stöber ich aber gerne mal in einem Bio Markt und kaufe dort auch das eine oder andere.

Auch bei mir muss nicht alles Bio sein. Ich versuche bewusst einzukaufen.

Wie die Kinder kleiner waren habe ich überwiegend im Discounter die Lebensmittel gekauft und auch nicht unbedingt auf Bio geachtet, da musste man auch finanziell mehr rechnen. Und ehrlich gesagt habe ich erst mit zunehmenden Alter begonnen, mich mit Lebebnsmitteln und Bio , Tierhaltung ec. zu befassen.
Deshalb habe ich für mich bewusst etwas verändert. :yes4:
LG Ronja
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon Anschi » 03.11.2014 10:45

Ich sehe es wie ihr - jeder muss seine eigenen Kompromisse finden, die er leisten kann und will! :jc_doubleup:

Ich habe jetzt den Test gemacht mit dem Bio-Fleisch aus dem Biomarkt im Vergleich zu normalem Gulasch halb/halb aus dem Discounter (KEINE Bio-Ware). Hatte ein Pfund Rindergulasch aus dem Bioladen für knapp 9 Euro...ein stolzer Preis für die Menge! Die Woche vorher hatte ich ein Kilo gemischtes Gulasch vom Discounter. Beim Billig-Fleisch stellte ich fest, dass beim Braten eine Unmenge an WASSER ausgetreten ist aus dem Fleisch - ich brauchte für die Soße anschließend kaum noch Wasser zugeben - und musste am Schluss noch mit einer extra Dose Tomatenstücke "auffüllen", damit das Gulasch für das Mittagessen ausreichte, weil das Kilo Fleisch so geschrumpft war!
Bei dem Biofleisch (halbe Menge der Vorwoche!) ist so gut wie gar keine Flüssigkeit ausgetreten....das Fleisch war richtig fest und schrumpfte kaum....von der Gesamt-Ausbeute hatte ich also etwa die gleiche Menge, wie bei dem Kilo Billig-Fleisch. Was mir zeigte, dass ich im Endeffekt gar nicht soo viel mehr ausgegeben habe... :biggrinn:

In diesem Sinne

eure Anschi :viannen_114:
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon Pe » 03.11.2014 20:10

Als vierköpfige Familie muss ich auch nach Kompromissen suchen. Alles nur Bio geht nicht, wäre viel zu teuer.
Außerdem frage ich mich manchmal, ob wirklich überall Bio drin ist wo Bio draufsteht, das ist ja so ein Boom... Da gibt es sicher auch Unterschiede, wie Honey schon mit der Aussage dieses Fernsehkochs angedeutet hat.

Apropos Fernsehkoch. Herr Schubeck sagt ja auch immer, man soll hochwertiges Olivenöl nehmen, da gibt es kein gescheites für 3,00 Euro... Soso... wenn ich den Verdienst von Herrn Schubeck hätte, könnte ich mir freilich die 0,5-Literflasche für 20,00 € leisten... Manchmal haben die schon leicht reden und den Bezug zur Realität verloren.

Also meine Kompromisse schauen so aus:

Fleisch - größtenteils direkt vom Schlachthof, der seine Tiere ausschließlich aus der Region bezieht von Dorfbauern. Ich vertrau da jetzt einfach mal drauf, dass die Tiere dort besser leben als in jeder Massenaufzucht.

Hühner + Eier vom Eiermann meines Vertrauens. Manchmal bekommen wir auch Hühner von einem Arbeitskollegen meines Mannes, der nebenher noch einen Bauernhof betreibt.

Gemüse und Obst - so gut es geht nehme ich da auch die Bioware von Aldi & Co. Paprikaschoten beispielsweise, Karotten... Alternativ kaufe ich gerne bei Rewe die regionale Ware.

Überhaupt schau ich halt, dass ich möglichst saisonal und regional einkaufe. Erdbeeren im November müssen wahrlich nicht sein, schmeckt ja auch gar nicht Jetzt gibt es Äpfel, Birnen, Mandarinen, Orangen... basta!

Am Ort haben wir einen Biosupermarkt "Ebl", da gehe ich hin und wieder rein, weil sie ein tolles Sortiment haben. Neulich besorgte ich mir da ein Kokosnussöl (bzw. Fett) aus dem Glas; bei sowas greif ich auch gerne mal etwas tiefer in den Geldbeutel und nehme Bio. Das ist nämlich nicht zu vergleichen mit herkömmlichen Kokosfett wie Palmin. Außerdem gibt's dort tolle Tees, vegetarische Brotaufstriche, Gewürze, Honig uvm., das man sonst nicht bekommt. Aber ein Wocheneinkauf ist dort unmöglich, unsere Jungs sind ja inzwischen erwachsen und rießengroß, die können schon was verdrücken...

Wichtig ist mir, auch so einzukaufen, dass möglichst nichts mehr im Müll landet. Manchmal meint man es zu gut und hortet wie ein Eichhörnchen. Wenn dann eine verschimmelte Mandarine in den Müll wandert tut mir das leid. Aus zeitlichen Gründen gehe ich lieber nur 1 x die Woche einkaufen, aber das Frischzeug versuche ich nun öfter mal unter der Woche nachzukaufen.
Herzlichen Gruß

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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon Anschi » 19.12.2014 08:23

Hallo Dirk!

Ganz herzlichen Dank für diesen informativen Bericht! Das sind wirklich wichtige Aspekte, die wir bei aller Sehnsucht nach "gesunder Ernährung" bedenken müssen. Wenn in meinem Mini-Garten mein Apfelbaum von einem Schädling befallen ist, der die Ernte in Frage stellt, steht es mir frei, ob ich ihn spritze...oder auf die Ernte verzichte. Diesen Sommer hatten wir keine Ernte... ;-) Aber wenn ich als Landwirt von der Ernte leben müsste...und auch Verbraucher am Ende der Schlange habe, die auf meine Produkte warten... dann kann ich es mir schlichtweg nicht leisten, auf die Bekämpfung der Schädlinge zu verzichten. Und oftmals helfen da auch die "rein pflanzlichen" Mittel nicht ausreichend, um den gewünschten Erfolg zu sichern. Ist ähnlich wie in der Medizin: sicher sind Globuli und Kräuter eine "bessere" Alternative, aber manchmal ist halt auch das Antibiotikum angesagt, damit ich zeitnah wieder fit bin und nicht noch kränker werde. Und ich denke mal, ein guter Bio-Bauer wird sicherlich auch nicht leichtfertig Mittel einsetzen, auf die er verzichten könnte...

Einen herzlichen Gruß an die Weser! Anschi
(habe 3 x schon Urlaub in Dörverden gemacht... ;-) )

P.S. Wie ist es dir dieses Jahr mit NWD ergangen?
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon Honey » 19.12.2014 10:54

brilliant700 hat geschrieben:Mein Problem mit dem Supermarkt-/Discounterbiosortiment ist, daß man nie weiß, woher das Zeug letzendlich kommt. Blumenkohl z.B. wird containerweise als Bioware z.B. aus China importiert und zu TK-Ware verarbeitet. Ich "durfte" mal Berichte von Bio-Kontrollen in China prüfen, da schlägt man als Europäer mitunter die Hände überm Kopf zusammen. Einem Land, in dem manche Gegenden so verseucht sind, daß der Mensch die Apfelbäume bestäuben muß, weil es keine Bienen mehr gibt, traue ich keine vernünftige Bio-Landwirtschaft zu.


Hallo Dirk,

wirklich spannend, was du hier geschrieben hast!

Ich habe mich kürzlich mit einer Freundin unterhalten und ich erzählte ihr, dass ich oft Tiefkühlgemüse kaufe, weil es am frischsten ist und die Vitamine erhalten bleiben. Sie entgegnete darauf, dass sie keines kaufe, da sie nicht sicher wisse, woher es kommt.
Auf dem Tiefkühlgemüse muss wohl bisher nicht verzeichnet sein, woher das Gemüse eigentlich stammt. Und sie möchte kein aus China importiertes Gemüse essen, selbst wenn "bio" darauf steht. Sie ist der Meinung, dass niemand wirklich kontrolliert, wie das BIO-Siegel außerhalb der EU zustande kommt und dass dort vieles korrupt ablaufe. Aber es gibt wohl bald ein neues Abkommen, was besagt, dass die Produkte besser gekennzeichnet werden müssen, woher sie stammen. Nun hofft sie, dass auch bald auf dem Tiefkühlgemüse verzeichnet ist, woher es kommt..
Auch ein interessanter Aspekt, auf den ich bisher nie geachtet habe!
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon mollifit » 19.12.2014 23:24

Ja, das ist wirklich ein interessanter Beitrag.
Obwohl man auch aufpassen muss bei regionaler Ware.
Es ist nicht immer alles so ok nur weil es aus der Region kommt.
Klar, man möchte seine eigene Region unterstützen, aber es gab schon öfter Berichte im Fernsehen oder
Ökotest, dass Gemüse und Obst aus Deutschland nicht ok waren und aus einem anderen Land sehr wohl.

Wichtig ist, glaube ich, sich immer wieder neu zu orientieren und sich umzuhorchen
und hellhörig und kritisch zu sein.

Gruß mollifit
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon Dicklaus » 09.01.2015 11:43

Bio ist bei mir seit einiger Zeit schon ein Thema, und jetzt auch Bio & fettarm. Das Umdenken im Kopf fing bei mir an als ich meinen Katzen Supermarkthühnchen kochte. Es hat so widerlich gerochen dass mir regelrecht übel wurde. Etwa zeitgleich liefen noch diverse TV Reportagen in denen es um Massentierhaltung ging und die mich sehr berührt haben. Seitdem hat mir das Supermarktfleisch nicht mehr geschmeckt. Es mag jetzt ein bisschen durchgeknallt klingen aber ich meine das Leid der Tiere zu spüren wenn ich Fleisch aus Massentierhaltung esse. Seitdem hab ich umgestellt und kaufe so gut wie ausschliesslich Fleisch in Bioqualität. Das ist mir sehr wichtig, und da lass ich mich auch selten auf Kompromisse ein. OK, ich gebe zu dass mir der ein oder andere Schnippel Wurst oder Schinkenwürfel aus dem Supermarkt auf den Teller gehüpft ist, oder auch mal ein Stückchen Ente vom Asiaten, aber ich gebe mir wirklich große Mühe, das konsequent durchzuziehen. Möglicherweise folge ich irgendwann meiner Familie ins Vegetariertum (Eltern und Schwester ernähren sich seit Jahrzehnten fleischlos).

Bei anderen Produkten achte ich auch auf gute Qualität, versuche aber auch regionale Produkte zu unterstützen. Diese bekomme ich auf dem Wochenmarkt, oder bei unserem großen Rewe, ehemals Toom. In der nächstgelegenen Großstadt gibt es einen Biosupermarkt, auch da kauf ich immer mal wieder.

Wie kann ich mir das leisten, zumal ich ja nun arbeitslos bin und schon auf's Geld achten muss? Ich versuche mehr auf dem Markt zu kaufen da es da günstiger ist. Bei Fleisch schränke ich den Konsum ein und esse öfter fleischlose Gerichte. Ich bin relativ anspruchslos was meine Hobbys angeht, gehe seltenst aus und verzichte weitestgehend auf technischen Schnickschnack (kein Tablet, keine Stereoanlage, keine Playstation, keinen CD Spieler, kein Sky-Abo usw).

Man bekommt leider nicht so viele fettarme Bioprodukte. Joghurt und Buttermilch schon, aber bei Käse hört es dann schon auf, was ich sehr schade finde.

Ich ärgere mich über die 'Geiz ist geil' Mentalität hier in Deutschland. Gerade bei Fleisch und tierischen Produkten sollte man sich dabei immer vor Augen halten dass die Kostenersparnis in der Produktion logischerweise immer zu Lasten der Tiere geht.
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Re: Bio und fettarm - kann ich mir das leisten?

Beitragvon mollifit » 10.01.2015 00:31

Hallo Dicklaus,

ich muss dir in vielem Recht geben.
Wir sind nur noch zu zweit, meine Kinder sind erwachsen
und wir essen nur noch ganz wenig Fleisch.
Ich bin ein Gemüsefan, aber wenn ich in unseren Bioladen gehe und mir das Gemüse
anschaue, vergeht es mir.
Der Blumenkohl ist klein und schrumpelig, ich brauche dann schon 2 Stück.
Einen Wochenmarkt haben wir nicht also gehe ich in den Supermarkt und lese mir zumindest immer durch,
wo das Gemüse herkommt.

Ich bin froh, dass wir noch einen Garten haben und einiges anbauen.

Aber was machen Familien mit 2 Kindern? Da muss man schon rechnen und schauen was die Lebensmittel kosten.
Billigfleisch haben wir noch nie gekauft. Da habe ich immer geschaut dass ich es bei unserem Bauern kaufe.

Aber bei Tomaten, Gurken, Salat (Solange noch nichts im Garten war) habe ich schon geschaut dass es günstig war.
Wir haben , und das machen wir heute auch noch , immer Gemüse der Saison gekauft.

Es ist schwierig, aber wichtig ist, finde ich, dass man kritisch ist und nicht wahllos drauflos kauft.

Gruß mollifit
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